Im Klettergarten ist nach 25 Metern Schluss. In den Dolomiten fängt es dann erst an: Mehrseillängen-Routen führen über viele Seillängen durch große Wände bis auf den Gipfel – mit Ausgesetztheit, Wegfindung und einem Abenteuer, das kein Klettergarten bieten kann.
Wie läuft so ein Tag ab?
- Früh los: Im Sommer bilden sich am Nachmittag oft Gewitter – wir wollen dann längst wieder unten sein.
- Zustieg: von wenigen Minuten bis zu ein, zwei Stunden.
- Klettern in Seillängen: Ich steige vor, richte den Standplatz ein und sichere Sie nach. Sie klettern im Nachstieg, mit dem Seil von oben.
- Abstieg: je nach Route zu Fuß über einen Normalweg oder durch Abseilen.
Welche Voraussetzungen brauche ich?
- Klettererfahrung: Wer im Klettergarten oder in der Halle ein bis zwei Grade über dem Grad der Route sicher klettert, hat genug Reserve für Rucksack, Ausgesetztheit und ungewohnten Fels.
- Ausdauer: Ein langer Tag mit vielen Seillängen ist anstrengend – auch für den Kopf.
- Schwindelfreiheit: Der Blick nach unten gehört dazu.
- Grundkenntnisse in Sichern und Seilkommandos sind hilfreich; den Rest zeige ich Ihnen unterwegs.
Ausrüstung
Kletterschuhe (lieber bequem als zu eng), leichte Zustiegsschuhe, Helm, Klettergurt, Sicherungsgerät, Windjacke, Wasser und Stirnlampe. Seil und Sicherungsmaterial bringe ich mit.
Schritt für Schritt zu den großen Klassikern
Zum Einstieg eignen sich Routen im IV. und V. Grad mit guter Absicherung und kurzem Zustieg:
- Torre del Lago – ein steiler Turm über dem Lagazuoi-See mit einer Traumverschneidung (IV / V)
- Neunerspitze – Messner-Direttissima – Reibungsplatten und Wasserrillen (IV+ / V)
- Punta Frida – der elegante, oft übersehene Turm an den Drei Zinnen
Wenn Sie mehr wollen:
- Tofana di Rozes – Südwand – 800 Meter Labyrinth über Cortina
- Sas dai Tamersc – meine Wand vor der Haustür, mit spektakulären Kaminen (V / VI)
Die großen Ziele:
- Peitlerkofel-Nordwand – 600 Meter Nordwand
- Scotoni-Südwestwand – die legendäre Lacedelli-Route (VI+)
- Monte Agner – Nordkante – eine der längsten Kletterrouten der Dolomiten
Dolomitenfels ist anders
Die Bewertung erfolgt nach der UIAA-Skala, der Fels ist meist fest, kann aber stellenweise brüchig sein, und viele Klassiker sind mit Normalhaken abgesichert. Genau hier spielt ein Bergführer seine Stärke aus: Wegfindung, Steinschlag einschätzen, sichere Standplätze – und die Gewissheit, dass Sie sich ganz aufs Klettern konzentrieren können.
Erzählen Sie mir, was Sie bisher geklettert sind – ich schlage Ihnen die passende Route vor.






