Das Matterhorn (4.478 m) ist der Berg, den jeder kennt – und genau deshalb wird er oft unterschätzt. Es ist kein Wanderberg, sondern eine lange, ernsthafte Hochtour in Fels, Schnee und Eis. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Vorbereitung ist der Gipfel für fitte, erfahrene Bergsteiger ein realistisches Ziel.
Die Anforderungen in Kürze
- Kondition: ein langer Gipfeltag mit weit über 1.000 Höhenmetern im Auf- und Abstieg, fast durchgehend in Kletter- oder Steiggelände
- Klettertechnik: sicheres Klettern im III. Grad mit Bergschuhen, auch im Abstieg – und das zügig
- Steigeisen: Gehen in gemischtem Gelände aus Fels, Schnee und Eis
- Höhe: gute Akklimatisierung, denn ein großer Teil der Tour liegt über 4.000 m
Am Matterhorn zählt vor allem das Tempo. Wer an leichten Stellen lange zögert, kommt in Zeitnot. Deshalb gehe ich hier aus Sicherheitsgründen immer nur mit einem Gast.
Hörnligrat oder Liongrat?
Der Hörnligrat von der Schweizer Seite ist der klassische Normalweg. Der Liongrat von der italienischen Seite ist etwas anspruchsvoller und länger, mit vielen Fixseilen und einer großartigen Linie – den Abstieg machen wir meist über den Hörnligrat. Welche Variante passt, besprechen wir gemeinsam.
So bereiten Sie sich vor
- Ausdauer aufbauen: Ab dem Frühjahr regelmäßig lange Bergtouren mit 1.200–1.500 Höhenmetern – möglichst mit Rucksack.
- Klettern in Bergschuhen: Dolomiten-Normalwege wie die Große Zinne oder der Langkofel sind ideales Training für Gelände, Ausgesetztheit und Wegfindung.
- Hochtouren-Erfahrung: Vorher einige Viertausender oder große Hochtouren, zum Beispiel Ortler oder Piz Bernina über den Biancograt.
- Akklimatisieren: In den Tagen vor dem Matterhorn mindestens eine Nacht in großer Höhe und ein Viertausender zur Gewöhnung.
Ehrliche Einschätzung
Am besten erzählen Sie mir von Ihren bisherigen Touren. Oft schlage ich vor, vorher einen gemeinsamen Vorbereitungstag oder eine Tour zu machen – so lernen wir uns kennen und wissen beide, ob das Matterhorn in diesem Sommer das richtige Ziel ist. Da Termine in der kurzen Saison (Juli bis September) begehrt sind, lohnt sich eine frühe Anfrage.






